Wie man liebt (4) von H.-J. John und M. Becker

Wie man liebt (4)

Der Vorschuss oder Kredit, genannt Vertrauen

Was in der Bankenwelt und im Arbeitsleben längst normal ist, wäre in der Partnerschaft manchmal nötig. Geben Sie der Person, die Sie lieben und der Sie vertrauen, Kredit. Jeder Mensch macht Fehler. Auch Sie. Jeder Mensch hat mehr als eine Chance verdient. Also auch Ihr Partner. Sie investieren in eine gemeinsame Zukunft. Sie bekommen keine Zinsen zurück. Sie bekommen Ihren Einsatz vervielfacht retour. Als Liebe zuerst oder zumindest schlimmstenfalls als späte Einsicht des Partners.

3. Regel: Seien Sie nachsichtig, vergeben Sie und üben Sie Vergessen und Vertrauen.

Jeder ist mehr oder weniger kommunikativ. Es wird sich herumsprechen, dass Sie als Mensch o.k. sind und andere Menschen – gute Menschen – werden Ihre Nähe suchen.
Es heisst gleich und gleich gesellt sich gerne. Dies trifft hier zu.
Umgekehrt ziehen sich Menschen, die Ihre Probleme nach aussen tragen, an. Das Sprichwort: „Gegensätze ziehen sich an“ trifft in der Welt des Magnetismus zu. Menschen, die in sich ruhen und den Sinn des Lebens in sich gefunden haben, suchen Gleichgesinnte und nehmen zu anderen nur Kontakt auf, weil sich das nicht vermeiden lässt oder weil sie helfen möchten.

4. Regel: Seien Sie realistisch oder draufgängerisch bei der Partnersuche

Na was ist denn das für ein Ratgeber, denken Sie sich. Ja, Sie haben tatsächlich die Wahl. Gewöhnen Sie sich schon einmal daran.

Realistisch:
Einmal angenommen Sie sind nichts, Sie haben nichts und da kommt Ihnen diese tolle, wunderbare Frau unter. Sie sprüht vor Leben, sie kann jeden Mann haben. Und Sie verlieben sich sofort.
Nur – sie ist aus gutem Hause, begütert. Würde Sie Ihnen nachgeben, wäre das ein Leben voller Verzicht an Ihrer Seite. Meinen Sie Ihre Liebe macht das alles wett? Wenn Sie sie wirklich lieben, werden Sie zu dem Schluss kommen, dass Sie der sind, der verzichten muss – auf sie.
Welch ein wundervolles Leben mit einem tollen Partner kann sie führen, wenn Sie trotz Ihrer Liebe loslassen… oder gerade deswegen. Sie werden sich mit ihr freuen, wenn Sie aus der Ferne sehen und von gemeinsamen Bekannten erfahren, dass es ihr gut geht. Sie werden mit ihr glücklich sein, wenn sie heiratet, wenn sie Mutter wird. Sie sind da, wenn Sie Probleme hat. Erkennen Sie, dass die Welt sich auch ohne Sie weiter dreht. Sie können am Glück teilhaben, ohne direkt beteiligt oder involviert zu sein.

Draufgängerisch:
Sie sehen Ihren zukünftigen Partner das erste Mal. Sie verlieben sich sofort. Alles was Sie von nun an tun zielt darauf ab, diesen wundervollen Menschen, seine Liebe, seine Gefühle, seine Gedanken, seine Aufmerksamkeit zu gewinnen.
Sie scheren sich nicht um Widerstände. Wenn es sein muss, entführen Sie den Partner direkt vor den Traualtar. Sie sind nichts, Sie haben nichts, aber das stört Sie nicht. Ihr Selbstbewusstsein ist gross genug für zwei.

Die Wahl oder die Qual der Wahl

Wie soll man denn nun sein? Realistisch oder draufgängerisch? Das Glück des Menschen ist, dass er die Wahl hat. Das grösste Unglück des Menschen ist, dass er sich entscheiden muss. Für das eine oder die eine, aber dann vermisst er das andere oder die anderen.
Wie soll man denn nun sein? Realistisch und zurückhaltend oder draufgängerisch und sich am Buffet des Lebens bedienen?
Ich sage zurückhaltend, mein Co-Autor sagt draufgängerisch. Wählen Sie selbst

© 2010 Hans-Jürgen John und Martin Becker

Wie man Probleme löst und Ziele erreicht (3) von H.-J. John und A. Wendt

Habe ich ein Energieproblem? (1)

Sie wissen schon: Die Sache mit der Motivation. Jeder kennt am besten selbst die Kniffe, mit denen er sich unter „Strom“ setzen kann. Der eine trinkt eine Cola in der schriftlichen Abiturprüfung zur Mobilisierung aller geistigen Kräfte, die andere wird sich mit einem neuen Outfit belohnen, falls sie die Führerscheinprüfung besteht.

Wieder andere brauchen Negatives, um voranzukommen. Die Eltern, die mit Taschengeldentzug drohen, falls die Noten nicht besser werden. Oder die Hausfrau, die aus Angst vor der finanziellen Zukunft im Abendkurs einen dritten Beruf lernt, während Papa zu Hause müde vor dem Fernseher einschläft, obwohl er auf die Kinder achten sollte.

Alles nicht weiter schlimm. Es gibt kein Energieproblem. Hier ein paar Beispiele dazu:

„Tankstelle“, ist das Erste was Sie denken und vor dem geistigen Auge sehen, wenn Sie ohne Benzin mit dem Auto unterwegs liegen bleiben.

„Ich muss etwas essen“, fühlen Sie, wenn der Magen knurrt und der Kopf gleichzeitig meldet, dass der Körper seit fünf Stunden nichts mehr zu sich genommen hat.

„Aufladen“ hören Sie Ihre Freundin sagen, wenn Ihr Handy piepst und Sie sehen, dass es nicht mehr funktioniert.

Wir könnten mit den Beispielen fortfahren. In jeder dieser drei Situationen geht es um Energie, die verbraucht wurde und ohne die es schwerlich weiter gehen kann.

Wenn Sie nun ein Problem haben, woran denken Sie, was fühlen Sie? Testen Sie sich. Ist es Angst, Leere, Verzweiflung, Niedergeschlagenheit, Trauer oder gar schon Gleichgültigkeit? Alles weiter nicht schlimm.

Der erste Schritt bei jeder Problemlösung ist ganz einfach. Es fehlt an Energie. Schauen Sie sich die Beispiele oben an. Kein Benzin, also wird einfach getankt. Länger nichts gegessen? Wir gehen zum Bäcker an der Ecke oder in den Supermarkt. Das Handy ist leer? Wir laden es einfach an der Steckdose auf.

Also denken Sie einfach mal an die unendliche Energiequelle, die in Ihnen ist. Unsere Vorfahren haben noch mit Löwen, Schlangen und Bären gekämpft. So nebenher ein paar Eiszeiten überdauert, ganz zu schweigen von durchlittenen Krankheiten, verheerenden Meteoriteneinschlägen und biblischen Sintfluten. Nur die Härtesten überlebten und Sie sind einer von deren Blut, deren Nachkomme, nur hat Ihnen das bisher niemand gesagt. Sie waren sich dessen nicht bewusst.
Wieso gibt es Reiche und Arme, Bundestagsabgeordnete und Strassenmusiker, Bauarbeiter und hoch bezahlte Bankmanager? Na, die Erfolgreichen sind vielleicht intelligenter? Falsch. Die haben eben Beziehungen, Vitamin B wie man sagt? Falsch. Diese Leute haben weniger Probleme? Falsch.
Der einzige Unterschied besteht darin, dass Menschen, die erfolgreich sind, wissen, dass sie alles erreichen können. Sie sind sich der unendlichen Energie bewusst, die in jedem Menschen wohnt wie ein Grislybär in der Höhle. Bei den einen, die wegen ihrem Schicksal verzweifeln, hält der Grislybär gerade Winterschlaf. Bei den anderen ist er hellwach, bereit aktiv zu werden.

© 2010 Hans-Jürgen John und Achim Wendt