Wie man Probleme löst und Ziele erreicht (8) von H.-J. John und Achim Wendt

Wie man Probleme löst und Ziele erreicht (8)

Woher kommt die Erkenntnis? (1)

Glückliche Menschen und wissende Menschen haben es leichter.
Gestern Abend kam ein Freund vorbei. Er hat es schwer. Die Freundin hat ihn nach einigen gemeinsamen Jahren verlassen. Anstatt über sie zu reden ging er mich an. Was schreibst du denn da im Internet? Man kann doch keine Probleme lösen, indem man nicht darüber redet. Er schüttelte unwillig den Kopf. Ich begriff. Er brauchte etwas Ablenkung und wollte nicht über seine Freundin reden.

Ich fing an zu erzählen. Wie auch mir geholfen wurde. Wie sich mein Bruder vor Jahren trotz psychologischer Betreuung im dritten Versuch das Leben nahm und ich arbeitslos und gerade frisch geschieden durch die Strassen Ulms in good old Germany irrte.

Ich ging in ein Cafe neben der Volkshochschule (Alberts Cafe), weil dort der Internetzugang umsonst war, wenn man etwas zu trinken bestellte. Ein älterer Herr mit Glatze und gutmütiger Ausstrahlung bediente. Wir kamen ins Gespräch. Im Rückblick kann ich sagen, es war ein Wink des Schicksals. So jemanden hatte ich noch nie getroffen. Einer, der den Menschen ernst nimmt.

© 2010 Hans-Jürgen John und Achim Wendt

Wie man Probleme löst und Ziele erreicht (7) von H.-J. John und Achim Wendt

Wie man Probleme löst und Ziele erreicht (7)

Was tun am Gipfel? (2)

Sie gönnen sich keine Ruhe. Warum auch? Nach dem Sechstausender gibt es noch den Achttausender und nach dem Achttausender gibt es die, die Achttausender im Dutzend bestiegen haben. Dabei spielen Sie schon länger mit dem Gedanken an den langsamen Abstieg. Nicht für immer. Nein. Doch vor neuen Zielen und Gipfeln steht der Abstieg von diesem bevor. Sie werden nervös bei der blossen Vorstellung. Sie müssen sich und anderen wieder und immer wieder beweisen, dass Sie noch im Rennen sind, dass die Fäden bei Ihnen zusammen laufen, dass Sie die Zügel in der Hand halten. Warum?

Sie haben lange darauf hingearbeitet und fühlen sich dort am Gipfel wohl. Ihnen ist, als müssten sie andauernd Kies aufschütten, um sich im Vergleich mit all den anderen Gipfeln rundum noch höher, noch grösser erscheinen zu lassen. Sie sind immer noch im Rennen und fühlen sich wohl wie der Windhund, der immer wieder dem künstlichen Hasen hinterher läuft. Ohne ihn je zu erreichen. Der Weg ist schon das Ziel. Sonst könnten Sie doch nach der fünften Million sagen: Ich bin angekommen. Es ist vollbracht. Doch wer möchte das schon.
Drehen Sie sich um. Schauen Sie zurück. Oder nach unten. Haben Sie sich Ihr Ziel selbst erwählt? Wie kamen Sie darauf? Haben Sie die Wertvorstellungen ihrer Mitmenschen übernommen? Nur wer dies und jenes erreicht hat ist akzeptiert?

Wieder und wieder kommen wir zur Planetentheorie (Arbeitstitel). Jahrelang habe ich nach einem einfachen Erklärungsmodell gesucht. Mit dem ich mir helfen kann, Probleme zuerst zu überblicken und dann selbst zu lösen. Es sollte ein Modell sein, das mir hilft mein Problem aus der Ferne zu sehen. Klein, handlich und übersichtlich. Wo es mir selbst nicht gleich gefährlich werden kann.

So wie man zwei, drei Schritte zurück geht, bevor man ein Auto kauft oder die hohen Betriebskosten kritisiert. So wie man etwas Gefährliches wie Löwen in Südafrika lieber aus der Distanz mit dem Fernglas betrachtet, bevor man sie sein lässt oder sie schiesst. Daher die Planetentheorie weit weg von der Erde, völlig losgelöst und doch immer gültig und hinterfragend.

© 2010 Hans-Jürgen John und Achim Wendt