Israelis und Palästinenser – Oh, Ihr Kinder der Palästinenser (2.2) von Hans-Jürgen John

Oh, Ihr Kinder der Palästinenser. Was wird geschehen? Der Krieg zerstört und der Frieden baut auf.

Wisst Ihr wie schön es ist, sich am Abend auf die Schule zu freuen, weil Ihr dort eure Freunde treffen werdet, mit denen ihr am Nachmittag gespielt und gezankt und Euch wieder versöhnt habt?

Oh, Ihr Kinder der Palästinenser! Was wird geschehen? Der Krieg zerstört und der Frieden baut auf.

Fühlt Ihr wie herrlich es ist, wenn Eure Mutter des Abends an Eure Betten kommt und Euch eine Gutenachtgeschichte erzählt und Ihr bittet und bettelt, dass sie noch eine erzählen möchte, weil Ihr doch noch überhaupt nicht müde seid?
Könnt Ihr Euch vorstellen, wie Ihr des Morgens von eurer Mutter mit dem Ruf: „Es ist Zeit aufzustehen, das Frühstück ist fertig“ geweckt werdet und es nach ein paar Minuten heisst: „Wenn Du jetzt nicht kommst, mein kleiner Liebling, wirst Du den Schulbus verpassen.“

Könnt Ihr Eure Mutter hören, wenn sie Euch tadelt, weil Ihr auf dem Nachhauseweg getrödelt habt und zu spät zum Mittagessen kommt?

Oh, Ihr Kinder der Palästinenser! Was wird geschehen? Der Krieg zerstört und der Frieden baut auf.

Wie schön wäre es, wenn Ihr aufsteht und ins Bad geht und den Wasserhahn öffnet, um Euch die Zähne zu putzen und Eure Schwester klopft schon ungeduldig an die Türe, weil sie auch spät dran ist?
Wie wunderbar ist es, wenn Ihr Euch dann an den gedeckten Frühstücktisch setzt. Papa liest in der Morgenzeitung. Ab und zu verschwindet seine Tasse Kaffee hinter der Zeitung und kehrt auf die Untertasse zurück, als wäre sie nie fort gewesen. Es gibt Schinken und Speck und Butter und Croissants und Brot und Käse und Ihr wisst gar nicht, wo mit dem Essen und dem Geniessen anfangen und Ihr seid noch satt vom Abendessen.

Oh, Ihr Kinder der Palästinenser! Was wird geschehen? Der Krieg zerstört und der Frieden baut auf.

© 2011 Hans-Jürgen John

Israelis und Palästinenser – Oh, Ihr Kinder der Palästinenser (2.1) von Hans-Jürgen John

Oh, Ihr Kinder der Palästinenser! Was wird geschehen? Der Krieg zerstört und der Frieden baut auf.

Ich denke an Euch wie ein Vater an seine Kinder. Ich bin stolz auf Euren Mut und ich sehe Eure Zukunft ohne Sorge. Ihr seid in der glücklichen Lage, die Ereignisse der Vergangenheit zu überblicken und Ihr werdet Euer Verhalten nach den Zielen der Zukunft richten.
Oh, Ihr Kinder der Palästinenser. Ich habe einige von Euch im Fernsehen gesehen. Ich sah Euch wie die Welt Euch sieht. Steine werfend. Das macht mich sehr traurig. Ich verurteile Euch nicht. Ich spüre und verstehe, dass Ihr Hoffnungen habt und Wünsche und Ziele. Jeder Mensch braucht seine Freiheit wie die Luft zum Atmen.

Wenn ich an Euch denke, frage ich mich wie meine Kindheit war. Mein Vater war sehr streng mit uns. Er sagte immer: „Geld kommt und geht, aber was Du gelernt hast kann Dir niemand mehr wegnehmen“. Ich war schlecht in der Schule und wollte nicht lernen. Als ich gerade einmal fünfzehn Jahre alt war, stieg ich des Nachts aus dem Fenster meines Zimmers und wollte in die weite Welt aufbrechen. Ich kam bis nach Marseille in Frankreich. Ich lebte auf der Strasse, fand keine Arbeit und bettelte. Ich lernte Menschen kennen, die schon lange obdachlos waren, Menschen mit Vergangenheit aber ohne Zukunft, weil ohne Hoffnung und den Glauben an sich selbst.

Nach drei Monaten kam ich in eine Polizeikontrolle und mein Vater brachte mich wieder nach Hause. Ich war sehr stolz und hätte es nie zugegeben: Ich war sehr froh wieder zuhause zu sein und in die Schule gehen zu dürfen und ich nutzte meine neue Chance und lernte von nun an mit Eifer und Fleiss. Ich hatte auf die Lebenserfahrung meines Vaters nicht hören wollen und machte den Umweg über die eigene, schmerzliche Erfahrung.
Oh, Ihr Kinder der Palästinenser. Auch für Euch ist es schwer, Ratschläge von anderen anzunehmen. Ich kann es gut verstehen. Ihr wollt Eure Erfahrungen selbst machen.

Oh, Ihr Kinder der Palästinenser. Was wird geschehen? Der Krieg zerstört und der Frieden baut auf.

© 2011 Hans-Jürgen John

Time Out

Als ich vor etwa 10 Tagen meinen Briefkasten öffnete, glaubte ich an einen Scherz. Da lag ein Kuvert darin, schon etwas vom Schweizer Regen angegriffen – ich sollte mal den Kasten abdichten – ohne Briefmarke und unbeschriftet. Ein Liebesbrief könne es schlecht sein oder doch?, dachte ich scherzend in Gedanken, wie immer auf das Gute hoffend. Nun hier zum Nachdenken und eher Schmunzeln, kurz zusammengefasst, der Inhalt der mit “vertraulich” gekennzeichneten Seiten.

Zielpersonen: Renitente, oftmals politisch links gelagerte, staatskritische Elemente, denen Änderungspotential der gesellschaftlichen und staatlichen Ordnung zugeschrieben wird.

Ziel: Finanzielle, informelle, soziale, emotionale Isolation und Steuerung innerhalb eng gesetzter Rahmenbedingungen. Falls nötig Kriminalisierung. Parrallel dazu Demontage der wichtigsten sozialen Kontakte (Arbeitsplatzverlust etc…)

Vorgehensweise allgemein: Individuell variierbar, anzustreben ist eine Änderung des sozialen Umfeldes, idealerweise ein Wohnsitzwechsel ins nicht europäische Ausland (Unkenntnis der gesetzl. Regelungen und Bestimmungen ist auszunützen und gegen die Zielperson einzusetzen); Push- und Pullfaktoren beachten; Hingezogenheit zum anderen Geschlecht instrumentalisieren und/oder finanzielle Vorteile lancieren.

Vorgehensweise en detail: Zielperson in ein konträr gelagertes Umfeld mittels Push- and Pullfaktoren locken. Konflikte sind so leicht programmierbar.

Denkbar: Zielperson männlich –> Umfeld vorwiegend weiblich; Zielperson weiblich –> Umfeld vorwiegend männlich; Zielperson religiös/christl. –> Umfeld moslem./atheistisch; Zielperson mosl. –> Umfeld überwiegend atheistisch/religiös christlich; Zielperson polit. links –> Umfeld überwiegend polit. rechts; Zielperson begütert –> Umfeld überwiegend arm; Zielperson arm –> Umfeld überwiegend begütert; Zielperson franz. –> Umfeld alger./tunes.; Zielperson deutsch –> Umfeld überwiegend jüdisch (holocaustbezogen) etc.

Vorgehensweise: Individuell variierbar; Auf verschiedenen Ebenen gezielt permanent Hoffnungen wecken und enttäuschen; Berufl., emotional und finanziell; Umfeld muss gesellschaftl. etabliert und honorabel sein, um die zu erwartenden Vorwürfe der Zielperson im vorneherein als haltlos darzustellen.

Gummizellenverhalten, Anschuldigungen der Zielperson lächelnd begegnen. Falls möglich nicht involvierte Amtspersonen unauffällig hinzuziehen, die das Verhalten der Zielperson als “verwirrt” oder “aggressiv” beurteilen. Erst in letzter Konsequenz massive Mittel einsetzen.

Soweit die Zusammenfassung. Nichts weltbewegendes. Interessant würde die Sache erst, wenn sich einer oder mehrere Leser als Zielperson in diesem Ablaufschema wiedererkennen.