Anderen Helfen?

Sind wir nicht alle ichbezogen? Gottseidank. Was wäre aus der menschlichen Zivilisation geworden, wenn jeder nach dem anderen schauen würde? Nach dessen Wohlbefinden und sich um dessen Sorgen und Probleme kümmern würde? Und darüber sich selbst vergisst? So greift die Nächstenliebe – laut Neuem Testament von Jesus eingeführt – erst vollumfänglich, sobald unser eigenes Ich zufriedengestellt ist.

Unser Ich, der Sockel, das Fundament unseres Daseins muss stark und unverrückbar sein. Wer kann andere in Beziehungsangelegenheiten beraten, wenn er selbst sich in den Fallstricken von Liebe, Eifersucht und Verzweiflung gefangen sieht? Wer kann andere finanziell unterstützen, wenn das eigene Geld kaum ausreicht?

Wir drehen uns um uns selbst. Schon wenn wir den Tag mit einem Kaffee beginnen, melden unsere Sinne den Zustand des Körpers an unser Bewusstsein. Tut es irgendwo weh? Sind wir ausgeschlafen?
Wohl denen, die im Hier und Jetzt leben und am Frühstückstisch mitreden können oder offen sind für die Neuigkeiten des Tages aus der Presse. Schade, wenn sich jemand schon an diesem Ort der Ruhe und Zufriedenheit und Geselligkeit im Kreise der Familie mit den Gedanken an die Schule, die Arbeit und den nächsten Termin beschäftigt und unangenehme Schweigsamkeit verbreitet.

So lasst uns den Tag mit Neugier beginnen. Und mit Zuversicht trinken wir einen Kaffee auf unser Wohl. Möge es ein guter Tag werden.

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern von Johntext einen guten Start in den Morgen.

Herzliche Grüsse: Hans-Jürgen John

© 2013 Hans-Jürgen John

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