Martin Suters Neues Buch

Martin Suter MontecristoEin Autor, der einigermaßen bekannt ist, tut gut daran, eine Schlüsselszene seines Buches in die fahrenden Abteile des Lesevergnügens zu verlegen. Die Wahrscheinlichkeit, dass er von Via, dem kostenlosen Reisemagazin der Schweizerischen Bundesbahn interviewt wird ist groß. Und so nimmt es mich wenig Wunder, dass Martin Suter von der aktuellen Titelseite des Via seriös und ernst in seine Buchzukunft blickt und im Innenteil über sich, das Schreiben und sein neuestes Buch Montecristo plaudert.

Das neue Buch von Martin Suter ist in allen Buchläden und in aller Munde. Der Spiegelführt es an erster Stelle der Bestsellerliste. Fasse ich die Besprechungen einmal zusammen, so handelt es vom fehlenden Geld der Banken. An und für sich eine Aussage, die grotesk ist. Alles, worauf wir stolz sein können und alles, was uns finanziellen Halt und Sicherheit gibt, und das gesellschaftliche Leben am Laufen hält beruht auf dem Vertrauen, dass wir an den Schalter gehen können oder den Bankautomaten und unser Geld abheben oder es dort lassen.

Das neue Buch von Martin Suter heißt Montecristo.
Ein Journalist entdeckt zufällig zwei Geldscheine mit den gleichen Seriennummern. Todesfälle, Zufälle und Recherchen gipfeln im unausgesprochenen Fazit: Nur ein Bankrun kann zeigen, ob all das Geld der Menschen, dokumentiert auf immer neuen Kontoauszügen, tatsächlich vorhanden – oder längst durch falsche Anlagestrategien verloren ist?

Ein Banken-Run, also eine Panik unter den Bankkunden, die alle am gleichen Tag an den Schalter rennen und ihr Geld haben wollen ist der Albtraum jeder Gesellschaft in jedem Land dieser Erde.

Martin Suter spielt in seinem Buch mit der größten Furcht des Menschen nach den existenziellen Ängsten vor Tod und Krankheit – der Furcht vor dem finanziellen Super-GAU des Lesers: Ersparnisse weg, Pensionskasse weg, Bank pleite – und das im reichsten Land der Erde, der Schweiz. Ein Szenarium das in jedem Land dieser Erde denkbar ist.

Wir sind Überlebenskünstler. Wir ertragen geduldig jegliche Katastrophen in den Unterhaltungsmedien. Weltuntergangsszenarien in The Day After Tomorrow oder 2012. Horrorszenarien einer durch Virenbefall entmenschlichten Weltbevölkerung in I Am Legend. Komet auf Kollisionskurs mit der Erde wie in Deep Impact. Alles kein Problem. Schließlich können wir zwischen Fiktion und Wirklichkeit, zwischen Unterhaltung und Realität unterscheiden. Doch wie krass ist der Inhalt dieses Buches? Mir drängt sich der unbescheidene Eindruck auf, dass Martin Suter ein Fan oder zumindest Leser von Johntext Germany sein könnte.

Mehrmals äußerte ich in den letzten Jahren auf Johntext die Befürchtung, ob all das Geld, das sich in Zahlen so gut auf Kontoauszügen macht und uns in der wiederkehrenden und beruhigenden Regelmäßigkeit der Post von der Bank fast hypnotisierend in Sicherheit wiegt tatsächlich vorhanden ist.

Seltsame Dinge geschehen (1) – 30. September 2011:

https://www.johntext.de/wordpress/seltsame-dinge-geschehen-1-v-h-j-john/

„Wehe uns Sparern, wenn alle gleichzeitig an einem Tag zu den Banken laufen und ihr Geld abheben möchten. Es wird sich herausstellen, dass die Zahlen auf den Kontoauszügen die Schuld der Bank uns gegenüber belegen – keinesfalls aber die sofortige Auszahlung garantieren. Eine staatliche Garantie auf die Sicherheit der Spareinlagen? In Zeiten von drohenden Staatsbankrotten und Geberländern, die sich finanziell so selbst schwächen, ungenügend.“

Das Bedingungslose Grundeinkommen (2) – 11. Januar 2013:

https://www.johntext.de/wordpress/das-bedingungslose-grundeinkommen-2-von-hans-jurgen-john/

„Wenn Klara Müller das, was ihr monatlich übrig bleibt, zur Bank trägt und aufs Sparbuch einbezahlt, kann diese Bank davon Kredite vergeben. Klara Müller ist sich dessen nicht bewusst, dass sie dieses Geld möglicherweise im Notfall nicht ausbezahlt bekommt. Die Bank hat es verliehen. Tritt der Notfall XY ein – nehmen wir zum Beispiel eine Massenarbeitslosigkeit oder eine Wirtschaftskrise – und alle Menschen rennen am gleichen Tag zu den Banken, um an ihr sauer Erspartes zu kommen, trifft sie nach dem ersten Schock gleich ein Zweiter: Die Bank schließt wegen Zahlungsunfähigkeit.“

Gründe des gnadenlosen Wettbewerbs und die Folgen für unsere Wirtschaft  – 30. Dezember 2014

https://www.johntext.de/wordpress/gruende-des-gnadenlosen-wettbewerbs-und-die-folgen-fuer-unsere-wirtschaft/

„Bundeskanzlerin Merkel hat schon einmal eine finanzpolitische Katastrophe verhindert, indem sie öffentlich eine Staatsgarantie für die Spareinlagen der Bürger aussprach. So verhinderte sie, dass es einen Run auf die Banken gab. Es hätte sich herausgestellt, dass all das Geld, das sich auf wohlwollenden Kontoauszügen befindet keineswegs vorhanden ist und zur Auszahlung bereitsteht. Stattdessen ist es investiert und angelegt. Würden alle Bürger am gleichen Tag an den Bankschaltern auftauchen und um ihr Geld bitten, so wäre diese Gesellschaft, die auf Pump und Zins aufgebaut ist am Ende. Die Banken müssten schliessen. Das Vertrauen in die Politik und das Funktionieren der gesellschaftlichen Gewalten wäre zerstört.“

Der Roman bedient sich der Realität. Banken benötigen in der Schweiz eine Eigenkapitalquote von vier Prozent. Womit alle existenziellen Fragen, die dieser Roman im Leser aufwirft, beantwortet wären.

Infos zur Eigenkapitalquote in den Euroländern auf http://www.sparkonto.org/eigenkapitalquote-der-banken-ist-auch-interessant-fuer-sparer/. Zitat daraus: “Der Finanzmarkt kann wie ein Kartenhaus zusammenfallen, sollte eine große Bank Pleite gehen.”

Übrigens: Ich lag falsch mit meinen Kommentaren auf Johntext Germany. Es ist keine Frage oder Befürchtung. Es ist tatsächlich so, dass wir uns um Himmels willen untereinander absprechen müssen. Alle Menschen am gleichen Tag an den Bankschaltern und unsere Volkswirtschaft ist am Ende. Viel Spaß mit Montecristo von Martin Suter! Das unwahrscheinliche Ende des Buches verstärkt die Unruhe der LeserInnen ins Unerträgliche.

Hans-Jürgen John ist auf Twitter, auf Facebook und bloggt u.a. auf Johntext Schweiz.

Gründe des gnadenlosen Wettbewerbs und die Folgen für unsere Wirtschaft

Gründe des gnadenlosen Wettbewerbs und die Folgen für unsere Wirtschaft

oder

Käufer, Verkäufer und Produzenten – ein Land und seine Schlaumeier

Es ist seltsam. Heute war ich einkaufen. Irre ich mich oder wird alles billiger? Sollen wir uns darüber freuen oder uns Sorgen machen?

Die Gesetze des Marktes sind einfach. In der Schule haben wir so nebenbei gelernt, dass es zwei Gründe dafür geben kann, wenn die Preise runter gehen.

1.) Es gibt von einem Produkt zu viel auf dem Markt.

Nehmen wir einmal an, in allen Lebensmittelmärkten Deutschlands wäre geräucherter Schwarzwälder Schinken im Überfluss vorhanden. Nach einiger Zeit wäre der (Kauf-) Hunger der Kunden nach diesem Produkt gesättigt. Der leckere Schwarzwälder Schinken bliebe also in den Regalen liegen. Volle Regale, die nicht leer werden kosten indirekt den Ladeninhaber Geld, weil sie Platz wegnehmen, ohne Umsatz und Gewinn zu bringen. Was wird der Schlaumeier also versuchen?

Er senkt den Preis und macht ein Schnäppchen daraus. Fruchtet das wenig, senkt er den Preis weiter. Immerhin läuft ja auch die Haltbarkeit langsam weiter ab.

Der konkurrierende Lebensmittelmarkteigentümer Schlaumeier Nr. 2 bemerkt natürlich die Preissenkung und versucht sie zu unterbieten, sofern er das nämliche Produkt anbietet. Ein Preiskampf setzt sich fort, der so besteht und existiert seit auf dieser Erde gehandelt und getauscht wird. Soweit also wenig aussergewöhnliches.

Nun gibt es auf Käuferseite ebenso kluge Köpfe. Vor allem hat der Käufer die Wahl. Er muss nicht unbedingt geräucherten Schinken kaufen. Er steht vor der Wursttheke, wendet sich ab und entscheidet sich aus gesundheitlichen Erwägungen vielleicht doch lieber für den Lachs aus Alaska. Ist er preisbewusst kauft er den günstigen Schinken.

Die zwei Säulen, auf die sich unsere Wirtschaft stützt

Der Käufer hat innerhalb des Ladens die Wahl und ausserhalb ebenso. Es gibt allerorten Lebensmitteldiscounter, die sich Konkurrenz machen. Der Markt besteht also aus Käufern und Verkäufern. Die Verkäufer konkurrieren um die Gunst der Käufer.

Die Verkäufer nehmen an, dass die Kunden genügend Geld haben. Die Käufer nehmen an, dass das Produkt eine gewisse Qualität hat, auch wenn es günstig ist. Beide Gruppen setzen diese Annahme stillschweigend vorweg. Es käme zur wirtschaftlichen Katastrophe, wenn auch nur eine dieser vertrauensvollen Annahmen ein Irrtum wäre.

Kehren wir zu dem lecker und würzig geräucherten Schwarzwälder Schinken zurück. Es ist 09:15 Uhr, Samstag. Ich war gerade einkaufen. Nun sitze ich bei einem Milchkaffee und Schwarztee in einer Coffee Bar und staune immer noch über die Einkaufswagenladung für 33 Euro 76 Cent. Das ist wie Weihnachten und Ostern zusammen. Das könnte nur noch ein Gaumenschmaus wie der Schwarzwälder Schinken toppen. Bei dem Gedanken bekomme ich Hunger lange vor dem Mittag.

Sind Preissenkungen das rettende Boot?

Doch zurück ins Geschäft. Liegt der Schinken bleischwer in den Regalen und helfen auch Preissenkungen kaum, um den Umsatz anzukurbeln wird Schlaumeier Ladeninhaber dem Produzenten klarmachen, dass seine Ware nicht gefragt ist. Der Produzent hat viele Angestellte und Arbeiter. Sie alle wollen ihren Lohn am Monatsanfang, noch lieber schon davor. Der Produzent ist verantwortungsbewusst. Bevor er seine Leute entlässt verbringt er so manche Nacht schlaflos und grübelt darüber wieso der Schinken unverkäuflich ist. Vielleicht geht darüber sogar seine Ehe in die Brüche. Frau Schlaumeier wird natürlich das sinkende Boot verlassen, solange noch Kohle im Keller liegt und das Scheidungsrecht nutzen, um auf dem Trockenen zu landen. Der unverkäufliche Schinken droht das Geschäft des Produzenten zum Kentern zu bringen. Lag er zuvor bleischwer in den Regalen füllt er nun das Lager des Produzenten. Was wird Schlaumeier Produzent tun? Er senkt den Preis solange bis er Abnehmer findet. Womöglich gibt der Produzent den Schinken unter den Herstellungskosten ab. Der Billigschinken schmeckt ihm nun selbst nicht mehr.

Entlassungen als letzter Ausweg?

Kurz oder lange bevor der Produzent untergeht drückt er als letztes Mittel die Herstellungskosten. Darunter fallen die Personalkosten, die Produktionskosten und auch der Einkaufspreis des Fleisches.

Ist der Schlaumeier Produzent dumm, bietet er nun schlechtere Qualität an. Er verzichtet auf einen der Grundpfeiler des Marktes, das Vertrauen der Kunden in die Qualität seines Produktes. Er muss scheitern. Aber nur solange die Kunden Geld haben und deshalb auf Qualität Wert legen können. Fehlt ihnen das Geld, um sich Qualität leisten zu können wird er seine Produkte auch so los.

2.) Warum wird alles billiger? Die zweite mögliche Ursache.

Schlaumeier Verkäufer vertraut darauf, dass dem Käufer genügend Geld zur Verfügung steht. Diese vertrauensvolle Annahme ist wie das Vertrauen der Käufer in die Qualität eines Produktes unerlässlich für das Funktionieren des Marktes. Woher kommt all das Geld der Käufer? Sie arbeiten, sie handeln oder sie lassen ihr Kapital für sich arbeiten. Der Grossteil von ihnen ist angestellt und somit von den Löhnen der Produzenten oder Verkäufer abhängig.
Verkaufen die Schlaumeier Produzenten weniger, werden sie versuchen die Löhne zu drücken. Haben die Schlaumeier Käufer weniger Lohn, werden sie jeden Euro dreimal umdrehen und weniger und vermehrt bilig einkaufen. Statt geräucherten Schinken gibt es dann eventuell Milchprodukte auf dem Tisch. Der Kreis schliesst sich.

Wohin führt die Fahrt auf der Billigautobahn?

Mein Schwarztee beginnt zu wirken. Wenn nun alles billiger wird, weil die Käufer zuwenig Geld zum Ausgeben haben oder es zuviele Produkte auf dem Markt gibt, so ist das doch toll!

Entlassungen und Existenzbedrohung

Zunächst ist das sicher so. Kann der Produzent die Herstellungs-kosten nicht weiter senken wird er Arbeitnehmer entlassen müssen. Diese haben in der Arbeitslosigkeit noch weniger Geld zum ausgeben, sie kaufen nur noch das Allernötigste. Manche werden wohl die Kreditraten für ihre Eigentumswohnung oder das Häuschen nicht mehr aufbringen können. Immer weniger Kaufkraft steht einem Überangebot von Produkten gegenüber. Immer mehr Hersteller entlassen immer mehr Mitarbeiter.

Unzufriedenheit

Die Unzufriedenheit wächst. Doch erst wenn auch die Mittelschicht massive Einschnitte in ihrem Lebensstandard bemerkt, ohne dass die Regierung die Zweifel an einer besseren Zukunft zerstreuen kann wird sich diese Unzufriedenheit auf den Strassen der Republik zeigen.

Ausländerfeindlichkeit

Ausländerfeindlichkeit und gewaltsame Demonstrationen sind nur Begleiterscheinungen einer Politik, die sich darauf konzentriert, das Wohl der juristischen Personen (Firmen) einseitig zu fördern. Dies geschieht wohl in der irrigen Annahme, dass ein firmenfreundliches steueroptimiertes Umfeld letztlich den Arbeitnehmern und der Erhaltung ihres Arbeitsplatzes dient. Doch tatsächlich geben Unternehmen Gewinne kaum an Arbeitnehmer weiter. Sie nutzen diese Einnahmen, um weitere Einsparmassnahmen durchzusetzen oder zu finanzieren.

Bundeskanzlerin Merkel hat schon einmal eine finanzpolitische Katastrophe verhindert, indem sie öffentlich eine Staatsgarantie für die Spareinlagen der Bürger aussprach. So verhinderte sie, dass es einen Run auf die Banken gab. Es hätte sich herausgestellt, dass all das Geld, das sich auf wohlwollenden Kontoauszügen befindet keineswegs vorhanden ist und zur Auszahlung bereitsteht. Stattdessen ist es investiert und angelegt. Würden alle Bürger am gleichen Tag an den Bankschaltern auftauchen und um ihr Geld bitten, so wäre diese Gesellschaft, die auf Pump und Zins aufgebaut ist am Ende. Die Banken müssten schliessen. Das Vertrauen in de Politik und das Funktionieren der gesellschaftlichen Gewalten wäre zerstört.

© 2014 Hans-Jürgen John

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Im Auftrag Unterwegs

Ja. So war es. Richard Geiger sah in den blauen Himmel, als seine Augen starr wurden. Niemand nahm Notiz davon. Er war der Ermordete Nummer 239 in New York in diesem Jahr. Wobei ihm diesen Platz ein kleiner Ganove aus Brooklyn streitig machen wollte. Schwer zu sagen, wer zuerst vor seinen Schöpfer trat. Beide wurden erst spät von den Hütern der Statistik gefunden.

Der kleine Mann im Kofferraum des schwarzen Ford Mustang hatte angestrengt durch ein Guckloch neben dem Kennzeichen gespäht. Jetzt gab er das Klopfzeichen und hustete. Der Wagen fuhr an. Er hustete und hustete und konnte damit nicht aufhören. Dieser Husten war sein Begleiter. Dieser Husten war sein Markenzeichen. Dieser Husten würde ihn eines Tages versagen lassen und verraten. Der kleine Mann im Kofferraum hustete in sein rotblaues Hemd.

Er hustete sich die Seele aus dem Leib, wie man sagt. Er lächelte in die Dunkelheit des Kofferraumes hinein. Offenbar gab es mehrere Möglichkeiten eine Seele loszuwerden. Sich eine Kugel einzufangen oder einfach zu husten. Der kleine Mann musste lachen und sein Lachen vermischte sich mit seinem Husten. Der kleine Mann im Kofferraum hustete und er konnte nicht damit aufhören. Es ging langsam, dieses “Sich die Seele aus dem Leib husten”. Vielleicht war seine Seele zu groß, zu belastet und aufgebläht von all der Schuld an den Toten und Ermordeten? Vielleicht machte seinem Wissen um die große Schuld, die er als Einzelner auf sich geladen hatte, seinem Bewusstsein so wenig aus, dass sein Körper ihn wenigstens dafür zum Ausgleich peinigte?

Der kleine Mann im Kofferraum hustete und hustete und sein kleiner Kopf wäre sichtbar rot gewesen, hätte es Licht im Kofferraum gegeben. So wie es die Liebe oft nur braucht, bevor Menschen sich der unfassbaren Energie bewusst werden, die in ihnen wohnt, so braucht es das Licht bei diesem Husten des kleinen Mannes, bevor sich mit Gewissheit sagen ließe, der kleine Kopf des Mannes wäre krebsrot angelaufen. Der kleine Mann im Kofferraum hustete und hustete, bis sich kaum noch Luft in seinen Lungen befand und er noch kleiner war. Er lag seitlich. Er hatte die Knie angezogen. Und nun lag er dort wie ein Baby im Mutterleib. Nur dass er kein Baby war und der Mutterleib eindeutig ein schwarzer Ford Mustang. Das Husten hörte so plötzlich auf, wie es gekommen war. Der Husten hörte mit der Angst auf, entdeckt zu werden. Sie drei, der kleine Mann und der Husten und der Ford Mustang waren in Sicherheit.

Auszug aus Im Auftrag Unterwegs.

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12 Euro 59 Cent

oder

Der Flirt mit dem Geld

Ich habe mir über Geld nie Gedanken gemacht. “Es kommt und geht”, sagte mein Vater immer und erwähnte auch, “Hätte ich all das Geld, das schon durch meine Hände gegangen ist, wäre ich Millionär”. Mit philosophischen Betrachtungen allein kommen wir nicht weiter.

Es ist wohl so wie mit einer sehr guten Freundin. Ist sie um einen, gewöhnen wir uns daran, und erst wenn sie einige Zeit von uns getrennt lebt, wird uns ihr Wert bewusst.

So ist die Beziehung zu unserem Geld ähnlich. Je leidenschaftlicher wir mit ihm flirten, umso leichter lässt es sich an uns binden. Wehe dem, der offen zugibt für ihn wäre das Geld nur Mittel zum Zweck. Mittel, um sich all die schönen Dinge leisten zu können, die man zum Leben brauchen glaubt. Es könnte beleidigt sein und ihn in Zukunft meiden.

Der Flirt mit dem Geld. Wie soll das funktionieren? Geld existiert aber es spricht nicht. Geld fühlt sich gut an aber es wird nicht zärtlich.  Wir gehen mit ihm aus, zum Essen und ins Kino und doch fühlen wir uns in seiner Gegenwart nicht glücklich.  Wir gebrauchen es aber wir nehmen es nicht als wichtigen Bestandteil unseres Lebens wahr. Ist dies der kleine Unterschied, der darüber entscheidet, ob jemand reich wird oder arm bleibt? Versuchen wir den Flirt mit dem Geld.

So setzen wir uns hin, nehmen unseren Geldbeutel zur Hand und betrachten eingehend den Inhalt. Die Visitenkarten, die Konto- und Kreditkarten und das lächelnde Gesicht der Freundin interessieren die nächste halbe Stunde mal nicht. Und nehmen wir einmal an sie, entdecken 12 Euro 59 Cent darin. Stellen sie sich vor, was sie am liebsten damit machen würden. Das Kino fällt ihnen ein. Zweieinhalb Stunden einen Film schauen, entweder Action oder Liebeskomödie. Das würde ihnen heute Abend sehr gefallen.

Schauen sie wieder in ihren Geldbeutel und betrachten sie intensiv jeden Geldschein und jede Münze. Der Flirt mit den 12 Euro 59 Cent hat begonnen. Zärtlich berühren sie Ihren Geldschatz. Nein, Kino wäre zwar toll, aber sie lieben diese 12 Euro 59 Cent so sehr. Sie sind zu ihnen gekommen und sie vertrauen ihnen. Sie werden sie beschützen und für sie sorgen und das wird sich unter all den Geldscheinen und Geldmünzen dort draußen in der Welt herumsprechen und all diese wertvollen bedruckten und gedruckten kleinen Kunstwerke werden zu ihnen kommen und bei ihnen bleiben wie die Goldstücke zu Dagobert Duck.

So sitzen sie also im Wohnzimmer und träumen davon, wie sich die 12 Euro 59 Cent vermehren werden. Nehmen sie sie erneut liebevoll in die Hand – ihre 12 Euro und 59 Cent – bilden sie mit beiden Handinnenflächen eine Kugel und schütteln sie sie, sodass sie dem hellen Klang der Münzen lauschen können. Das ist die Sprache des Geldes, ein verruchtes Rascheln und ein fröhliches Geklimper.

Nach einer Viertelstunde Flirt legen wir den Geldschatz offen auf den Tisch. Es dürstet sie nach einer Tasse heißem, duftendem Kaffee und kaum zieht das Aroma aus der Küche ins Wohnzimmer, sagt ihnen ihr Geschmacksinn etwas Gebäck dazu wäre nicht schlecht. Sie schielen zu ihrem Geldschatz. Eine Packung Butterkekse für 2 Euro 44 Cent könnten sie sich locker leisten. Sie könnten schnell zum Laden an der Ecke und sobald sie zurückkommen, wäre der Kaffee noch immer heiß und die Butterkekse knusprig und süß.

Wieder betrachten sie ihre 12 Euro 59 Cent. Sie schütteln entschieden den Kopf. Diese Liebe kennt keine Kompromisse. Sie sind fest entschlossen ihren 12 Euro 59 Cent treu zu bleiben. Und irgendwo tief in ihnen spüren sie auf einmal was Menschen durchmachen, die es geschafft haben reich zu werden aber dafür jahrzehntelang auf ihr Kino und ihre Butterkekse verzichtet haben. Die Liebe zum Geld erfordert höchste Disziplin und Enthaltsamkeit in anderen Dingen.

Die ersten zwei Versuchungen haben sie glücklich überstanden. Ihre 12 Euro 59 Cent haben sich vom Tisch nicht fortgerührt. Auf sie ist Verlass. Wo findet man heutzutage noch diese stille, hingebungsvolle Treue?

(Auszug aus “12 Euro 59 Cent – oder – Der Flirt mit dem Geld”)

 
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Zeitungen Im Wandel der Zeit

Zeitungen Im Wandel der Zeit

Ringiers
Eine Illustrierte vom Ringier-Verlag, Zofingen 1939

Weniger Zeitungsleser

Die Zahlen sind rückläufig. Die Leserzahlen ebenso wie die Gewinne. Sinken die Verkaufszahlen, gehen auch die Einnahmen durch Werbekunden zurück. Fieberhaft reagiert die Printpresse und versucht Nachrichten übers Internet zu verkaufen oder sich Leser durch kostenlose Inhalte zu sichern.

Hat der Leser weniger Zeit, ist er sparsamer oder fühlt er sich im Internet wohler?

Wieso soll im Internet funktionieren was bei den Zeitungen nicht mehr funktioniert – der Verkauf von Nachrichten gegen Cash? Jimmy Maymann, CEO der “Huffington Post”, einer Online-Zeitung mit monatlich 110 Millionen Besuchern, gibt das in der “Schweiz am Sonntag” vom 12.10.2014 zu bedenken.

Matthias Ackeret, Chefredakteur von “persönlich”, zitiert ebenda die Chefs der grössten Zeitungsverlage der Schweiz und Deutschlands, den Chef des Axel Springer Verlages und den CEO des Ringier-Verlages. Beide sehen den Trend weg vom Papier.

Weniger Zeitungstitel und trotzdem weniger Leser

Schaut man sich die Statistiken an, die jeweils im Einzelfall hinterfragt werden müssen – durch Zusammenlegung mehrerer vorher eigenständiger Zeitungen zu einer wie im Fall des “St. Galler Tagblatt”, welches die Blätter des “Liechtensteiner Vaterlands”, der “Rheintalischen Volkszeitung” und des “Werdenberger & Obertoggenburgers” unter ihre Fittiche nahm, werden die Zahlen verzerrt – so lässt sich insgesamt tatsächlich ein Abwärtstrend feststellen – bei der Bezahlzeitung. Für den Leser kostenlose Blätter wie “20 Minuten” boomen.

Abonnements haben den Beigeschmack der Verpflichtung

Ich erinnere mich noch an das Zeitungsabonnement, das ich vor Jahren unterschrieb, nur um an die Prämie zu kommen, eine Akkubohrmaschine. Inzwischen weiss ich, dass solche Art von Versuchen die Leser zu binden falsch ist, weil nicht nachhaltig. Ich versuchte bereits nach kurzer Zeit das Abonnement loszuwerden und schwor mir nie wieder eine derartige Verpflichtung einzugehen. Ein ungutes Gefühl blieb zurück, das ich seitdem durchaus mit dem Printprodukt von damals in Verbindung bringe. Die Absicht der Zeitungsverleger ist mit der Abonnentenwerbung sicher eine andere gewesen.

Wann fühlt sich der Kunde mit seiner Zeitung gut?

Es stellt sich die Frage wie ein Produkt nachhaltig attraktiv gestaltet werden kann. Ein alter Trick besteht darin, ein Produkt mit einem anderen zu verbinden und ihm so einen tatsächlichen oder scheinbaren Mehrwert beizugeben, der den Kunden zum Kauf animiert – ohne dass er eine Verpflichtung unterschreiben muss wie beim Abonnement und sich wohl fühlt.

Der Unternehmer, der nach dem Autokauf das Businessnotebook als kostenlose Zugabe im Kofferraum entdeckt. Die Hausfrauen, die angelockt durch Lebensmitteltiefpreise zu Aldi marschieren und dort den neuen Fernseher oder die Daunenbettdecke kaufen, obwohl sie das nicht vor hatten. Welcher Mehrwert animiert Menschen, eine Zeitung zu erstehen? Ja, sie sogar zu kaufen, wenn sie keine Zeit oder Lust zum Lesen haben? Und wie lassen sich die Leser dauerhaft binden, ohne das unangenehme Gefühl der Verpflichtung durch ein Abonnement beim Lesen jeder Überschrift ertragen zu müssen?

Ringier wusste schon vor über 70 Jahren wie sich Leser dauerhaft binden lassen.

Bei der Recherche über die Stimmung in der Schweiz am Vorabend des 2. Weltkrieges stieß ich auf “Ringiers Unterhaltungsblätter” von 1939. Die “Illustrierte für Alle”. Die Ausgabe vom 19.August 1939 des Ringier-Verlages aus Zofingen liefert gleich auf der ersten Heftinnenseite zwei grundlegende Informationen: Ringier bietet eine Gratis-Verlosung von insgesamt 10.000 Franken an. Neue Auszahlungen der Abonnenten-Versicherung des Ringier- Verlages werden en detail veröffentlicht.
Mit der Veröffentlichung des Namens, des tödlichen Unfallhergangs und der Auszahlungssumme wäre heute der Datenschutz verletzt. Damals nutzte Ringier die Veröffentlichung der Daten, um das Vertrauen der Leser und neue Abonnenten zu gewinnen.

Vom Fuhrwerk gestürzt
Unser Abonnent Herr Josef Bischoff von Oberegg (Appenzell) transportierte mit einem Federbockwagen Bierkisten von Oberegg nach Grub. Beim Kehrmanöver nach der Umladung am Bestimmungsort kippte der Wagen um. Unser Abonnent stürzte vom Wagen und erlitt eine Gehirnverletzung, die kurze Zeit nachher seinen Tod zur Folge hatte. Fr. 5000.–

Ein Dreirad-Auto kippt…
Unser Abonnent Herr Theodor Bindschedler von Wädenswil (Zürich) kippte mit dem von ihm gesteuerten Dreirad-Auto zufolge Anfahrens am Randstein gerade in dem Augenblick um, als ihn ein Lastauto überholen wollte. Unser Abonnent wurde direkt vor das rechte Hinterrad des Lastautos geworfen, überfahren und tödlich verletzt. Fr. 5000.–

Nur eine kleine Fingerverletzung…
Unserem Abonnenten Herr Alex Nani von Zwingen (Baselland) fiel ein Stück Holz auf den rechten Mittelfinger und verursachte eine starke Quetschung des Fingergliedes. Diese Verletzung entwickelte sich zu einer allgemeinen Blutvergiftung, woran unser Abonnent sterben musste. Fr. 3.500

Eine Unfallversicherung wurde im vorliegenden Fall mit einem Abonnement zu einem Produkt verbunden. Die langfristige Bindung des Lesers war garantiert. Die Abonnenten von heute werden durch Prämien nur kurz gebunden. Es bleibt spannend. Schauen wir, was sich die Zeitungsverlage in Zukunft ausser Nachrichten einfallen lassen.

Internet oder Zeitung – welche Kanäle werden Zeitungsverleger in Zukunft wie nützen?

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Outlook To Johntext in 2014

Time goes by. Look back to 2013 in sorrow? No. Johntext changes slowly but steadily. We are looking forward to a challenging and wonderful New Year 2014!

The recent changes on the website show: Johntext is developing. There is a webshop now on www.johntext.co.uk for articles, digital art or even books. There is the option to buy them, receive a password and load them down as e-book. For the beginning of January the e-book “Gerda und Rudi auf Höhenflug” – the adventurous journeys of two little raindrops – is announced. Carsten Mell, a phantastic graphic designer, illustrated it ( http://www.carstenmell.com ).

The wordpress country websites have a new look. It is possible to share photos in slideshows with the readers. There are so many buttons now of social networks like Twitter, Facebook and Google and so on.

Actually we optimize the compatibility to search engines and will reach a better google page ranking. The number of visitors and subscribers will increase.

Hopefully 2014 will become a Happy, Successful And Healthy Year To You !

© 2013 Hans-Jürgen John

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Johntext In UK

Um exemplarisch aufzuzeigen, was Johntext später in der Schweiz beabsichtigt, hier das Beispiel meines heutigen Postings auf Facebook betreffs der Verteilung von Webseiten an interessierte Autoren in UK.

Good morning UK Authors!

The start was easy formulated: Johntext.de was looking for one author for every country! “There can only be one.” was the header. Johntext – literature with purpose to help – is now a brand in 27 european countries.

Well, I have to say: It is not enough. How can one author describe the beauty, problems, people, goals … of all the inhabitants of his native country?

Now we have Laura Lamarca for UK. Then come the authors for England, Scotland, Wales and Northern Ireland. Each of these requires authors for its districts and so on. We try to give each author a website. It takes time. But it is like with the pope. There is no dismissal..

So if you are interested and if you live there please mail your photo and short bio to johnhans89@yahoo.com . The first authors have the chance to write for England, Scotland, Wales and Northern Ireland. The next write for the districts. The next write for the towns. The next write for and about the villages …

Laura please correct me if I am wrong …

I wish all interested authors a wonderful day. Do not see outside the window. Our mood depends not on the weather. The power and energy and goodwill inside you counts. Lets make this world a little better by our articles!

© 2013 Hans-Jürgen John

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Wie man liebt (7) von Hans-Jürgen John u. M. Becker

Suchen.

Nun ist am Anfang jeder Beziehung natürlich die Frage, wonach man sucht, die Erste. Allein schon das Wort “suchen” stört mich gewaltig. Entweder es ergibt sich etwas oder nicht. “Suchen” hat etwas von aktivem Tun. Natürlich braucht es Aktivität, wenn man verliebt ist und es zeigen möchte. Es ist aber noch ein großer Unterschied, ob man dem potenziellen Partner die Autotür zu einem Date aufhält oder sagt: “Steig ein!”

Sich Sehnen.

Das Wörtchen “sehnen” bringt es eher auf den Punkt.

Sehne ich mich nach jemandem, der dominant ist, weil ich nicht recht weiß, was ich möchte?
Sehne ich mich nach jemanden, der sich unterordnet, weil ich genau im Leben weiß was ich will und niemanden an meiner Seite brauche, der mir Kontra gibt und an mir zweifelt und mich und meine Ziele ausbremst?
Oder sehne ich mich nach jemandem, der gleichberechtigt mit mir durchs Leben geht, sein Ding macht und mit mir die Gemeinsamkeiten, die Freude am Leben und den Haushalt per Aufgabenteilung geniesst?

Typbestimmung.

Zuerst sollte man also feststellen, was für ein Typ man ist. Wonach sehne ich mich?

Fühle ich mich wohl, wenn ich mich unterordne?

Blühe ich auf, wenn ich mit jemandem zusammenlebe, der sein Ding macht und mich akzeptiert, auch wenn ich ganz andere Ziele oder Interessen oder Meinungen habe? Dann wären wir bei der gleichberechtigten Beziehung nach dem Motto: Leben und Leben lassen.

Brauche ich das Gefühl, alles selbst bestimmen zu wollen und zu können? Dann sehne ich mich nach jemanden, der sich unterordnet. Das tönt negativ muss aber keine Qual für den Partner sein, wenn er sich dabei wohlfühlt.

Nun ist jedem dieser Beziehungstypen eine andere Art die Beziehung zu beginnen zugeordnet.

Praxistest. Dominanz.

Ist jemand dominant, so empfiehlt sich folgende Vorgehensweise. Diese Art des Vorgehens wird von einem Partner, der sich nicht unterordnen möchte automatisch abgelehnt:

Heute Abend hatte ich mehrere Anrufe. Von einem möchte ich hier erzählen. Immerhin ist es Freitag. Ausgang ist angesagt. Ich sitze hier in einer Kneipe im Bernerischen und schreibe stattdessen. Das konnte die Anruferin aber nicht wissen.

Date-Anfrage.

Sie wollte in Ausgang. Etwas spät, um etwas abzumachen. “Ich habe keine Zeit”, sagte ich. Sie redete weiter, erzählte von sich und fragte, wie mein Tag war. Sie wollte wissen, wo ich bin. Ich ging nicht darauf ein.

Widerstand setzen.

“Ich kann nur wiederholen. Ich habe keine Zeit.” Ich gab ihr den Rat doch mit jemand anderem in den Ausgang zu gehen. Sie lehnte ab und versuchte, mich auf einen anderen Tag festzulegen. Ich gab mich stur. “Schau”, sagte ich. “Ich möchte ehrlich sein. Ich gehe zweimal die Woche abends weg. Bei mir bist du die aktuelle Nummer Neun in der Warteliste. Das heißt, dass ich bei zwei Dates die Woche mit dir frühestens Ende Dezember weggehe.” Stille am anderen Ende der Leitung.

“Gehst du mit einem anderen Kerl weg, so bist du sicher seine Nummer eins. Das ist eine einfache Rechnung!” Es war weiter still. Sie besann sich. Sie beharrte darauf. “Ich möchte aber mit keinem anderen weggehen.”

Ich entgegnete: “Ich habe kein Interesse. Woher hast du eigentlich meine Telefonnummer?”, wollte ich wissen. Sie meinte von einer Freundin. “Wenn du es bei mir ins erste Date schaffst, bringt dir das nichts. Bist du auf einer Skala von 1 bis 10 eine perfekte 11,5 für mich, bedeutet das noch lange nicht, dass du es bei mir ins zweite Date schaffst.”

Sie begann von sich zu erzählen. Ich beschloss, die Sache abzukürzen. “So wie du dich jetzt am Telefon gibst, hast du nie eine Chance bei mir ins zweite Date zu kommen. Ich bin abends müde und mag es, wenn mir das Date von sich erzählt und lustig ist. Das kann ich mir bei dir nicht vorstellen. Also überlege dir einfach die ganze Sache noch mal. Es gibt genügend Kerle, die sicher froh wären, wenn du dich bei ihnen meldest.”

Mit einem “Ich habe leider keine Zeit” legte ich auf.

Eines ist klar. Ein Partner, der eine gleichberechtigte Bezieung sucht oder dominant ist wird niemals diese Art des Verhaltens tolerieren. Ein Partner, der sich gerne unterordnet wird diese zugegebenermaßen sehr arrogante Art der Behandlung hinnehmen und sich noch dabei wohlfühlen.

© 2013 Hans-Jürgen John

Hans ist Hans John (@rafaelofirst) auf Twitter und Hans.John.16 auf Facebook. Hans bloggt auf www.johntext.de und www.tage-bau.de.