Glück bedeutet innehalten und entscheiden von Hans-Jürgen John

Es passiert oft. So oft, dass wir einen Moment innehalten sollten. Die Zeit ist schnelllebig. Informationen, Impressionen, Menschen und Geschehnisse huschen an uns vorbei.

Meist werden wir uns erst bewusst, dass wir etwas verpasst haben, wenn der richtige Augenblick vorüber ist, auf die Bremse zu treten, Stillstand herbeizuführen und uns mit dem zu beschäftigen, wonach wir alle suchen: Glück.

Es ist vergleichbar mit der Verkehrssituation auf einer Bundesstraße. Wir sind mit mäßiger Geschwindigkeit unterwegs. Gerade so schnell, dass wir uns nicht mit Betrachtungen der Landschaft aufhalten. Unser Blick geht nach vorne. Sicherheit ist oberstes Gebot. Zumal wir oft nicht nur für uns selbst, sondern auch für Mitfahrer verantwortlich sind.

Dann kommt uns dieses graue Allerweltsauto entgegen. Zunächst beachten wir es kaum. Wozu auch? Autos auf einer Bundesstraße sind üblich. Wir tolerieren jede Marke, jede Farbe und jede Auspuffgröße. Eben auch, weil wir auf Toleranz uns gegenüber auf der Gegenseite hoffen, hoffen dürfen – oder zumindest Ignoranz.

Auch Aussagen über PS-Stärken und Geräuschpegel sind uns egal. Die Zulassungsstelle wird schon richtig entschieden haben. Dieses graue Allerweltsauto interessiert uns je näher wir ihm kommen. Unsere Geschwindigkeiten addieren sich. Es bleibt wenig Zeit sich gegenseitig ausgiebig zu betrachten. Und doch ist da so etwas wie der Funke der Sympathie, die überspringt. Je näher wir uns kommen, umso schöner springt der Sekundenzeiger in die nächste kleine Zeiteinheit. Die Zeit scheint stillzustehen, als wir uns auf gleicher Höhe begegnen und wir für einen Sekundenbruchteil Sichtkontakt zum Lenker haben.

Es ist vorbei. Wir sind wieder allein auf der Strecke. Im Rückspiegel sehen wir, wie kurz das Bremspedal aufleuchtet. Aus einem Reflex heraus treten wir ebenfalls auf die Bremse.

Eine Begegnung im Nirgendwo, die zu einem gemeinsamen Lebensweg führen könnte? Augenblicke dehnen sich unter Abwägungen. Ist hinter uns ein Wagen? Dürfen wir anhalten? Sind wir schon mit einem Partner unterwegs? Haben wir die Kraft einer fremden Person zu vertrauen? Ist uns das berufliche Lebensziel wichtiger als das Innehalten und das Glück?

Wir müssen schnell entscheiden. Wir sind auf der Zeitschiene unterwegs. Zeit ist Geld und nicht nur ein Spruch. Was ist uns wichtig im Leben? Wenn wir schnell entscheiden, können wir wenden, die eingefahrenen Trampelpfade des Alltags verlassen und uns mit dem beschäftigen was vielen als einziger Sinn im Leben gilt, die Zweisamkeit. Dann siegt die Vernunft. Wieder einmal.  Der Preis des Glücks ist zu hoch.

© 2013 Hans-Jürgen John

 
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Wie man liebt (6) v. Hans-Jürgen John u. M. Becker

Wie man liebt (6)

Nur das Beste für die Beziehung?

Verliebt! Und nun? Kluge Menschen schreiben und reden über Liebe, Vertrauen und Ehrlichkeit in der Beziehung. Wunderschöne Worte, die oft wenig mit der täglich gelebten Realität zu tun haben. Die Zielsetzung ist klar. Das Ergebnis soll die ideale Partnerschaft sein, in der alles Negative wie weggezaubert existiert.

Im realen Alltag begegnen sich zwei Menschen mit Eifersucht, Lügen, Vorhaltungen und beurteilen sich laufend gegenseitig, um im Fall eines Streites die Oberhand zu behalten.

Wir wollen Zeit gewinnen. Wir wollen Recht behalten. Und wir sagen nein. Wir wollen so wenig Kompromisse wie möglich eingehen. Ja sagen bedeutet Schwäche zeigen und nachgeben. Ja sagen, damit kein Stillstand entsteht. Ja sagen, damit es weiter geht. Ja sagen bedeutet mitunter auch den falschen Weg akzeptieren.

Wir möchten von den positiven Seiten einer Beziehung profitieren aber die Forderungen der anderen Seite der Münze ignorieren: Die Verantwortung für den anderen wiegt uns schwer. Die geopferte Zeit und die investierten Gedanken und Gefühle lassen sich in keiner Steuererklärung aufführen. Wie schade. Doch die Liebe gibt es nicht ohne den Liebeskummer. Das Lachen gibt es nicht ohne die Tränen. Das Glück gibt es nicht ohne den Schmerz. Die Gesundheit wäre alleine ohne die Krankheit. Es gilt, alles zu akzeptieren.

Den Partner schonen?

Alle Ratgeber kommen mit den üblichen Ratschlägen daher. Anfangs hat man spontan, lustig, redegewandt und schlagfertig zu sein. Man stellt dem Partner Fragen, um herauszufinden, was er möchte und um sich richtig verhalten zu können. Es gilt, wenig von sich und seiner Vergangenheit zu erzählen. So verschont man den anderen und hebt sich die Katastrophen aus der Lebensgeschichte für später auf. Es fällt leichter später ehrlich zu sein, wenn man weiß, der andere ist schon an der längeren oder kürzeren Leine des Verliebtseins. Offenheit nach einer Zeit der Zweisamkeit bedeutet somit nicht gleichsam das Ende der Partnerschaft.

So glänzen wir also weiterhin vom ersten Satz an nicht mit der rissigen Oberfläche unserer Vergangenheit, sondern tragen die hochglanzpolierte, aalglatte, lächelnde Selbstsicherheit zur Schau, die ein ruhiges Gewissen verleiht. Wir lügen. Das ist falsch.

Ehrlichkeit und Vertrauen

Wie soll aus Liebe Vertrauen erwachsen? Ist das Fundament der Liebe mit Lügen gezimmert, kann es das Vertrauen nach mehreren Jahren der Partnerschaft kaum tragen. Erwachsen aus dem Stamm des Baumes der Liebe keine Vertrauensäste, so wird der Baum weder Blätter noch Früchte tragen. Es entstehen kaum weitere Bäume der Liebe.

So geht in Euch, Ihr zukünftigen Liebenden. Vertraut Eurem Date beim ersten Treffen alles an, was Ihr an Problemen all die Jahre angesammelt habt. Ist Euer Gegenüber ein Mensch, den Probleme nicht einschüchtern, sondern anregen diese gemeinsam mit Euch zu lösen, so seid Ihr angekommen.

Jeder Mensch ist auf der Suche. Nach dem einen, richtigen Partner unter Millionen. Lügen und verschweigen wir gleich eingangs, so verlieren wir wertvolle Zeit. Bis die Lügen über die eigenen, kurzen Beine stolpern. Und wir – wieder einsam – erkennen, wir haben uns geirrt und der Partner ebenfalls. Und so beginnen wir unsere Suche von vorne oder resignieren. Möge die Ehrlichkeit siegen. Sie ist zusammen mit der Liebe das Fundament, auf dem sich Vertrauen bilden kann. Das Geheimnis jahrzehntelanger oder lebenslanger Partnerschaft!

© 2013 Hans-Jürgen John

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Fremdenfeindlichkeit und Fremdenvorsicht von Hans-Jürgen John

Man begegnet ihr überall. Der Fremdenfeindlichkeit. In der Erziehung, auf den Straßen, in den Medien, als Mittel zum Zweck in der Politik, als ureigenen instinktiven Verteidigungsmechanismus und bei Zuwanderungsdiskussionen, wenn die Wertschöpfung scheinbar in Gefahr gerät.
Zusammengefasst und reduziert auf das Wesentliche handelt es sich um ein zwischenmenschliches Problem. Unbekanntes trifft auf unser Ego und wird vorsichtig bis feindselig beäugt – bevor es uns schaden kann.

Ich stelle mir vor, wie vor Jahrhunderten und Jahrtausenden gewaltbereite, fremde Horden in die Lebensgemeinschaft friedlicher Bürger einfielen und deren Hab und Gut zerstörten, Todesangst hervorriefen und damit den Grundstein zur Fremdenfeindlichkeit heute legten.

Was sagt unser allgegenwärtiger Ratgeber https://de.wikipedia.org/wiki/Fremdenfeindlichkeit dazu?

Fremdenfeindlichkeit, gelegentlich auch Xenophobie – griechisch ξενοφοβία „Fremdenangst“, von ξένος xénos „Fremder“ und φοβία phobia „Angst“, „Furcht“), bezeichnet eine ablehnende, ausgrenzende oder feindliche Haltung gegenüber Personen oder Gruppen, die als andersartig gesehen werden. Dabei kann die Ablehnung mit echten, vermeintlichen oder angeblichen sozialen, religiösen, ökonomischen, kulturellen oder ethnischen Unterschieden begründet werden.”

O.k., so genau wollte ich das nun auch wieder nicht wissen. Die wohlformulierte, wissenstriefende, fachlich fundierte Meinung kommt klar und kalt und ohne Emotionen daher. Das ist wohl auch notwendig. Emotionen werden verwendet, um Stimmungen für oder gegen etwas zu machen. Um objektiv etwas beurteilen zu können, braucht es klare Gedanken und Worte.

Wie war denn das also noch einmal? Unsere Urvorfahren waren schon sesshaft und planten ein erfülltes und gemächliches Leben auf der Grundlage von Ackerbau und Viehzucht und dann kamen ein paar vagabundierende Räuber und nahmen ihnen kurz vor dem Winter die Ernte des ganzen Sommers ab. Solche Ereignisse, auch wenn sie nur als verharmlosendes Beispiel daherkommen, – die Wirklichkeit war sehr viel brutaler – lassen verstehen, wieso wir Fremdem gegenüber misstrauisch bis feindlich eingestellt sind.

Was wir kennen – Menschen, die unsere Sprache sprechen, unsere Hautfarbe haben, uns ähnlich sehen und gleiche Sitten und Gebräuche pflegen – können wir einschätzen. Sie sind uns vertraut. Wir können damit umgehen. Das Andersartige lässt uns vorsichtig werden und wir bauen ihm eine höhere Hürde, bis es unser Vertrauen gewinnt als anderen.

Jeder Mensch ist mit der Möglichkeit des Vertrauens, der Liebe und auch des Hasses und des Misstrauens ausgestattet. Wie ein Akademiker beim Einsortieren seiner Buchlektüre stehen auch wir vor den Regalen unseres Verhaltens. Alles Fremde – das können Menschen sein, die Asyl suchen oder einfach der Unbekannte auf der Straße – legen wir unter der Rubrik Vorsicht oder Misstrauen oder fremd und feindlich ab.

Und doch muss man uns zugute halten, dass wir schnell Vertrauen fassen und diese Kategorisierung umstellen können. Wir sind lernfähig. Wegen ein paar Asylanten, die Straftaten begehen verurteilen wir nicht alle pauschal. Fremdenfeindlichkeit ist eigentlich Fremdenvorsicht.

Sehen wir uns die Sache genauer an. Die Asylanten flüchten – ob vor wirtschaftlicher Not oder politischer Verfolgung ist dem Christen in uns erst einmal egal.  Sie sind fremd in ihrem Heimatland oder fühlen sich so dort. Gibt es einen stärkeren Grund, ihnen unsere Hilfe und unsere Hände zu reichen? Wohl kaum. Letztlich fühlen wir uns wohl, wenn wir helfen dürfen. Eigentlich haben wir ein schlechtes Gewissen, weil es uns gut geht. Es zwickt uns, wenn wir die Hungernden in Afrika sehen oder die Opfer der wiederkehrenden Naturkatastrophen auf den Philippinen. Wir sind froh zumindest den wenigen helfen zu können, die es bis an unsere Grenzen schaffen.

Es soll schon Länder geben, die Asylanträge nicht mehr in ihren Botschaften annehmen. Wenn uns die Angst dazu verführt, uns einzumauern in unserem Reichtum und unsere Hände nicht mehr Mitgefühl und Nahrungsmittel verteilen, sondern Hass transportieren, dann schämen wir uns für uns.

© 2013 Hans-Jürgen John

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Mr. Bandookwala, M.B.A., Harvard by John P. Matthew

Mit freundlicher Genehmigung des Autors John P. Matthew, Indien hier der Auszug aus dem übersetzten, dritten Kapitel des unveröffentlichten Romans:

Seit diesem Tag im März 2008 hat mich der Gestank von Scheiße nicht mehr verlassen, der Gestank von Elend und Armut. Er verfolgt mich jeden Tag, hartnäckig, heimtückisch, macht mich elend und gibt mir das Gefühl, mich übergeben zu wollen.

Bombay war schon immer eine Stadt, die nach Scheiße und Pisse stank. Die Bahngleise sind öffentliche Toiletten, wo die Menschen mit beschämt im Schoß versteckten Gesichtern hocken (damit man sie nicht erkennt) und scheißen. Wahrscheinlich wissen sie, dass es falsch ist, aber die Lebensumstände in den überfüllten Slums bringen sie dazu, es trotzdem zu tun. Die Slums sind die fauligen Müllhalden der Gesellschaft. Es würde jeden Menschen krank machen, in diesen verfaulenden Eingeweiden zu leben, ohne jegliche Menschenwürde, ohne menschliche Werte.

Die Gewalt kommt ganz von selbst und dennoch herrscht, durchgesetzt durch Männer wie Chota Chakli, ein dürftiger Friede. Die Männer, die hier leben, sind hilflose Räder im Getriebe. In einem Getriebe, zu dem Konstrukteure wie Himanshubhai auf der einen Seite gehören, auf der anderen Seite die Regierung und der stets zur Erpressung bereite Mob.
Slums werden abgerissen, an ihrer Stelle werden gewaltige Hochhäuser errichtet und gleich daneben schießen die Hütten der Armen wieder wie Pilze aus dem Boden. Sie sind allgegenwärtig.

Ich hasse den widerlichen Geruch der Stadt. Er stört mich. Der Geruch von Schwefelwasserstoff, einem starken und zerstörerischen Gas, dessen Gestank durchdringend und stechend ist, wenn er aus den Eingeweiden entweicht. Egal wohin man geht, kann man ihn riechen, übermächtig, ekelerregend, schamlos und vulgär.
In einigen Gegenden ist er besonders stark: in Bandra, Kurla, Wadala und Charavi. Er ist da, wie der Geruch von Tod, im Gleisbogen der Harbour Rail Line, wenn der Zug sich in Richtung Dockyard Road Station wälzt und rollt. Er ist da, bei den Sümpfen von Mahim und den illegalen Destillerien von Chunabhatti.

Oh! Ich vergaß, die Spucke zu erwähnen. Überall wo man hingeht, sieht man lange rote Spuckebögen – auf Wänden, in dunklen Gebäudeecken, auf frisch gestrichenen Regierungsgebäuden, in den Pissoirs und in den Bahnhöfen und Bushaltestellen – dort liegen die Drüsenabsonderungen, ungeniert und ekelhaft.
Du musst nur eine Wand weiß anstreichen und schon ist sie über Nacht bedeckt mit rötlichen Spuckestreifen, die gerinnend ihren widerlichen Gestank in deine Nase aussenden. Es ist beinahe so als ob die Leute hier die Welt für eine öffentliche Toilette halten, die man einfach beschmutzt und dreckig hinterlässt.
Die Leute, die außerhalb von Bombay leben, sagen, ein ganz bestimmter Duft umgebe jeden Bürger der Stadt, ein widerlicher Geruch, geradezu eine Aura. Es ist eine Duftmischung aus dem Gestank von Scheiße, Spucke und Armut, die in den vollgestopften Zügen und Bussen schwebt, die Sinne überwältigt und an die man sich mit der Zeit gewöhnt. Es ist dieser unverkennbare Duft, den du, Priya-Schätzchen, und ich tragen, während ich dies im trüben Dämmerlicht eines Sonnenaufgangs schreibe, der sich in einem düsteren, metallischen Schimmer von Kupfer und Eisen über die Skyline des Marine Drive erhebt.
Die Bucht ist äußerlich ruhig und still mit in weiße Gischtwolken gehüllten Wellen, die hypnotisierend Richtung Strand rollen.

Ich saß einmal im Zug neben einem Mann mit sauberem Hemd und Hose, mit Goldketten um seinen Hals und geweihten Schnüren um das Handgelenk. Ein Mann aus der wohlhabenden Mittelklasseschicht, dachte ich. In seinen Händen hielt er eine Zeitschrift und las. Dann begann er, kontinuierlich aus dem Fenster neben sich zu spucken, wobei seine Lippen die Spucke virtuos in einer fließenden Bewegung ausstießen. Er war ein fachmännischer Spucker, ein wahrer Meister seiner Kunst.

Mr. Bandookwala, M.B.A., Harvard auf Facebook:

https://facebook.com/mrbandookwala

© 2013  John P. Matthew

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Tellerrandblicke!

Wer die Einstiegsseite von Johntext.de genauer unter die Lupe genommen hat, entdeckte sicher schon eine extra Webseite, die sich öffnet, wenn man die Weltkugel anklickt.

Es handelt sich um eine Seite auf der Johntext-News (Best of … ) zusammengefasst werden und aktuelle Entwicklungen dokumentiert werden.

So auch heute ein neuer Eintrag dort über eine russische Webseite, die per Fotos, Postkarten und Bildern das Leben in der russischen Hauptstadt heute und früher dokumentiert. Viel Spaß damit!

Vielen Dank auch an die Autorin “inamazing” von “From Russia With Love“. Johntext hat hier schon länger Kontakt. Der Wunschkandidat für die russische Webseite von Johntext ziert sich noch!

Johntext wünscht allen Leserinnen und Lesern ein wunderschönes Wochenende!

Hans-Jürgen John

© 2013 Hans-Jürgen John

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Thomas Minder kämpft gegen Millionengeschenke an Manager (3) von Hans-Jürgen John

Es war am 03. März 2013 soweit. Die Volksinitiative “gegen die Abzockerei” brachte 67,99 % Ja-Stimmen. Laut Wikipedia ist dies die drittgrößte Zustimmung zu einer Volksinitiative überhaupt. Wikipedia: “Dass das Schweizer Stimmvolk eine Volksinitiative annimmt, kommt eher selten vor: Seit deren Einführung 1891 wurden erst deren 20 angenommen. Seit 1966 kamen über 160 Volksinitiativen zustande, über 100 davon kamen zur Abstimmung, aber nur 13 davon wurden in der Volksabstimmung angenommen.”

So geht es jetzt an die Nachlese der Abzockerinitiative. Thomas Minder ist in aller Munde.

Ich zitiere aus Teil eins des Artikels “Thomas Minder kämpft gegen Millionengeschenke an Manager.”

“Radikal neu ist eine strafrechtliche Verfolgung bei Verstößen gegen die Bestimmungen der Abzocker-Initiative. Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren und Geldstrafen bis zu sechs Jahresgehältern. Justitia begehrt Einlass in die geheiligten Penthousewohnungen der Firmenspitzen. Das finanziell warm ausgestattete Aussichtsnest an der Unternehmensspitze von AGs, die an der Börse notiert sind, wird ungemütlich.”

Ich zitiere aus Teil zwei dieses Artikels:

“Kommentar: Ich gebe zu, meine Sympathie gehört Thomas Minder in dieser Sache. Sein jahreslanges Engagement und – ja man muss sagen sein Kampf gegen alle Versuche ihn zu überzeugen, ihm Steine in den Weg zu legen, ihn zu stoppen – selbst aus höchsten politischen Kreisen – hat meine Hochachtung. 

Die Zeiten ändern sich. Der Wind hat sich gedreht. Jeder, der tagtäglich seine Arbeit verrichtet und leistungsgerecht bezahlt wird, wird gegen die Selbstbedienungspraxis an Aktionärsgeldern vorgehen wollen. Die Mehrheit entscheidet. Nicht mehr eine elitäre Minderheit. Dies wird sich in allen gesellschaftlichen Bereichen weiter durchsetzen. Rechthaben und Geldhaben sind verschiedene Dinge und im Rechtsstaat zu trennen. Thomas Minder ist parteilos. Er lässt sich nicht von einer politischen Gruppierung vor den eigenen Karren spannen. Hat seine Abzocker-Initiative Erfolg, so wäre ihm zur Gründung einer eigenen Partei zu raten. Seine uneigennützige hartnäckige Vorgehensweise in dieser einen Sache würde ihm Zulauf von Wählerinnen und Wählern von links bis rechts bringen.”

Und Thomas Minder ruht sich nicht nach seinem Erfolg aus. Er fühlt sich berufen, weitere “heiße Eisen” anzufassen. «Etliche Leute fordern mich auf, nun gegen die völlig unbegreiflichen goldenen Fallschirme beim Staat vorzugehen.»  (Zitat aus dem Tagesanzeiger). Auch die hohe Einwanderung ist sein Thema. Man darf gespannt sein, ob der parteilose Thomas Minder ein Einzelkämpfer bleibt, sich einer Partei anschließt oder eben eine eigene politische Gruppierung gründet, wie Johntext geraten hatte.

© 2013 Hans-Jürgen John

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Geld- und Goldanlagen

Am 30.09.2011 schrieb Johntext über Geldanlagen unter dem Titel “Seltsame Dinge geschehen (1)” . Johntext warnte vor Anlagen in Gold. Seit einem halben Jahr fällt nun der Goldpreis kontinuierlich.

Zitat aus obigem Artikel:

“Das Vertrauen in Gold steigt entsprechend dem Misstrauen der Menschen in die Angaben ihrer Kontoauszüge. Unsere Spareinlagen sollen über Jahrzehnte hinweg per Zinsertrag automatisch gestiegen sein? Eine ewiglich goldene Eier legende Henne also? Prüfe jeder, ob die Eier lediglich vergoldet sind!

Wehe uns Sparern, wenn alle gleichzeitig an einem Tag zu den Banken laufen und ihr Geld abheben möchten. Es wird sich herausstellen, dass die Zahlen auf den Kontoauszügen die Schuld der Bank uns gegenüber belegen – keinesfalls aber die sofortige Auszahlung garantieren. Eine staatliche Garantie auf die Sicherheit der Spareinlagen? In Zeiten von drohenden Staatsbankrotten und Geberländern, die sich finanziell so selbst schwächen, ungenügend.

Banken investieren. Banken machen neben Gewinnen auch Verluste. Seien wir realistisch. Der steigende Goldpreis gibt die Verlustängste vieler Menschen wieder. Ein für alle sichtbares Fieberthermometer.

Gold jetzt kaufen und damit die Gewinne der Spekulanten finanzieren, die den Goldpreis weiter in die Höhe treiben?
Nein! Der hart erarbeitete Lohn unserer Hände und Köpfe verdient einen sicheren Hafen. Niemand würde je auf die Idee kommen, ernsthaft in Fieberthermometer zu investieren.”

Am 01.10.2011 unterstrich Johntext noch einmal den negativen Ausblick auf Goldanlagen in “Seltsame Dinge geschehen (2) :

“Je höher der Goldpreis, umso grösser der Wert der staatlichen Goldreserven überall auf der Welt. Umso wahrscheinlicher der Fall, dass die eine oder andere Volkswirtschaft ihre Staatskasse durch den tonnenweisen Verkauf des gelben Metalls aufbessern möchte. So schnell wie der Kurs dann in die Tiefe rauscht und Deine Wertanlage vernichtet kannst Du gar nicht verkaufen.”

Johntext riet letztlich zum Kauf von günstigen Landwirtschaftsflächen. Aufgrund der stetig wachsenden Erdbevölkerung werden Lebensmittel knapper und teurer werden. Länder, die jetzt noch exportieren, sind aufgrund der Bildung eines breiten Mittelstandes (Eigenverbrauch) im eigenen Land bald weniger an Ausfuhren von Lebensmitteln interessiert. Fazit: Lebensmittelpreise werden steigen und damit der Wert der Anbauflächen.

© 2013 Hans-Jürgen John

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Jeder kann ein Held sein! von Hans-Jürgen John

Was haben Sylvester Stallone, Chuck Norris, Will Smith, Steven Seagal, Bruce Willis und Jean-Claude van Damme gemeinsam? Klar, sie machen Filme, sind populär und bekannt wie die berühmten bunten Hunde. Für unsere Unterhaltung retten sie immer wieder mal ihre Ehre und Menschenleben. Sie bewahren ganze Städte vor der Willkür von Terroristen und retten sogar die Welt vor Zerstörung und Vernichtung.

Doch schalten wir den Fernseher ab oder verlassen wir das Kino, sind sie ausgeblendet. Wir sind wieder in unserer Welt, unserer Wirklichkeit, in der diese Helden der Leinwand nur Filmschauspieler sind und womöglich in ihrem ganzen Leben nicht einen Menschen vor dem Tod gerettet haben. Helden der Leinwand.

Wer möchte nicht selbst einmal ein Held sein, Großes vollbringen und sich aus dem Alltag hervorheben? Doch wie soll das gehen, ohne den Beruf zu wechseln und Feuerwehrmann, Arzt oder Polizist zu werden?

Die Weltgesundheitsorganisation WHO schätzt, dass es weltweit circa 1 Million Selbsttötungen pro Jahr gibt. Die Zahl der Suizidversuche wird 10 bis 20 mal höher eingeschätzt. Quelle: Wikipedia

Wo liegen die Gründe? Die existenziellen Grundbedürfnisse sind zumindest hier in Europa weitestgehend gedeckt. Die meisten Menschen hier haben Wohnung, Essen und Kleidung. Der Kampf ums tägliche Brot ist kein Kampf mehr wie vor Jahrzehnten und Jahrhunderten und Jahrtausenden. Die Dinge, die unseren Lebenswillen täglich herausfordern und trainieren sollen fallen weg.

Wir sind zu Menschen auf der Suche nach dem Sinn geworden. Die einen finden ihn im Glauben, die anderen in der Liebe zu einem Partner, den dritten genügt die Sorge um die Familie, um die eigene Existenz jeden Tag von Neuem zu bejahen. Wieder andere sind sich selbst genug und kämen nie auf die Idee dem Tod die Arbeit abzunehmen und an sich selbst Hand anzulegen.

Und doch kann jeder von uns so einfach seinem Leben eine Wendung, einen Sinn geben, wenn die Probleme überhand zu nehmen drohen und wir nicht weiter wissen und wollen.

Die Menschheit hat sich auf diesem Planeten nur aus einem Grunde gegen die anderen Arten durchgesetzt. Menschen haben die Möglichkeit Mitgefühl zu empfinden. Anderen zu helfen gibt vielen mehr Lebensqualität, als wenn sie nur sich selbst als Gegenüber hätten.

Nun gibt es jedes Jahr in Deutschland circa 10.000 Fälle von Leukämie. In vielen Fällen hilft nur noch eine Knochenmarkspende. Es ist sehr leicht, sich registrieren zu lassen. Infos bietet zum Beispiel in Deutschland die “DKMS” an. In der Schweiz bietet diesen Service Die Stiftung zur Förderung der Knochemarktransplantation an.

Wenn sie also auf der Suche nach einem Halt im Leben sind, wäre das eine Möglichkeit ihrem Leben einen Sinn zu geben. Sie können mit einfachsten Mitteln das Leben eines Menschen retten! Damit stellen sie die ganzen Filmstars auf der Leinwand in den Schatten. Ist bekannt, welcher von den Genannten sich als Knochenmarkspender registrieren ließ?

Es gibt nichts schöneres, als anderen Menschen zu helfen! Als Bruder eines Selbstmörders würde ich mir nie das Leben nehmen, denn ich weiss, wie viel Leid damit über die Angehörigen kommt. Entdecken Sie das Potential in sich anderen zu helfen. Es gibt viele Möglichkeiten Gutes zu tun. Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag!

© 2013 Hans-Jürgen John

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